Da ist der Wurm drin!

Veröffentlicht: 20. Juli 2011 in Uncategorized

Es scheint überhaupt kein Ende zu nehmen. Facebook, Google Plus und andere soziale Netzwerke werden immer häufiger von geradezu riesigen Spamwellen überflutet. Es sind Fake-Postings, Fake-Links, Fake-Videos, Spam-Apps die man auf der Pinnwand und den Profilen der Freunde entdecken kann. Doch die Gefahr dieser Fakes scheint dabei von den meisten völlig unterschätzt zu werden und man hat das Gefühl, es kommen täglich zahlreiche andere dazu. Dahinter stecken, wie so oft, Cyber-Kriminelle, die an unsere Daten wollen. bild.de: Neue Spam-Welle nervt Facebook Gemeinde

Genau das Vorgehen steckt auch hinter dem Versprechen, Iphones, Markentaschen oder ähnliches umsonst zu bekommen. Wenn man nur genügend Leute zu dieser sogenannten „Veranstaltung“ einlädt, hat man ein Anrecht auf den Gewinn – Leichtgläubige Nutzer folgen dieser Aufforderung und erzeugen so einen Schneeballeffekt, mit dem sich die Spamwelle über das ganze Netzwerk verbreitet.

Hier ein Beispiel für eine solche „Veranstaltung“:

Quelle: mimikama.at: Facebook-Fehlermeldungen

Und natürlich wartet auf die Nutzer kein Gewinn, sondern teure Handyabos oder sogar Computerviren. Aber nicht nur das. Da viele User ihre Email-Adresse auf den Websites angeben, um zu gewinnen, wird das Verbreitungsgebiet der Spam  immer größer und die Spammaschinerie läuft. Donaukurier.de: Neue Spam-Welle auf Facebook

Neu sind neben den „Veranstaltungen“ die scheinbar heimlichen Videoaufnahmen mit Thematiken wie Sex, Pornografie, Gewalt, etc. Chip.de: Facebook-Porno Wurm legt persönliche Daten offen

Hier sieht man nur drei von einer unglaublich großen Anzahl an Fake-Videos. Beim Klick auf den Link wird man nicht nur auf die Seite des Anbieters weitergeleitet. Auf der eigenen Pinnwand erscheint das Video unter „xy gefällt ein Link“.

Quelle: mimikama.at: Facebook-Fehlermeldungen

Durch den Klick auf das Video gelangt man dann letztlich zu einem Link, hinter dem sich nur eine Website befindet, die einige Daten des Nutzers abgreift und diese dann nutzt, um den Porno-Scam wiederum weiterzuverbreiten

Das sind allerdings nur aktuelle Beispiele. Weitere Infos dazu und noch mehr datensammelnde Würmer und Trojaner in Form von Apps, Facebookseiten etc. gibts auch unter https://www.facebook.com/VirusWarnung

Und während man vor diesen sogenannten „Veranstaltungen“, Apps und was es sonst noch alles gibt, nur warnen und an den gesunden Menschenverstand appellieren kann, dass diese Versprechungen einfach völliger Quatsch sind, kann man sich gegen die Fake-Videos mit einem neuen Plug-In schützen. WOT soll uns schützen vor unsicheren Webseiten. WOT steht für Web of Trust und bewertet für uns die Webseiten nach Datenschutz, Jugendschutz…aber nicht nur das, auch selbst kann man hier aktiv werden und anderen Usern vor Webseiten warnen bzw. sie guten Gewissens weiterempfehlen. Farblich codierte Symbole helfen Ihnen, Online-Betrug, aber auch gefakten Links aus dem Wege zu gehen. Das heißt also, wenn man folgendes Video bei Facebook anklickt,

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dann landet man auf dieser Seite. Allein der Klick darauf hat zur Folge, dass man es bei Facebook teilt.

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Aber das Plug-In kann man nicht nur für das soziale Netzwerk und die dortige Spamwelle einsetzten:

Um vor der Spamwelle davon surfen zu können, gehört ein bisschen gesunder Menschenverstand und das ein oder andere technische Hilfsmittel. Das neue Plug-In ist sehr hilfreich, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann.

Runterladen kann man es sich unter:  http://www.mywot.com/

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Ryan gefallen

Veröffentlicht: 12. Juli 2011 in Uncategorized

Früher pfiffen es die Spatzen von den Dächern, heute sind es die Internetuser, die im Netz zwitschern. Gerüchte, nicht bestätigte Tatsachen kursieren zu Tausenden im Internet. Auch Manchester United-Star Ryan Giggs musste das spüren. Kurz vor dem Finalspiel in der Champions League machte ein Gerücht über eine Sex-Affäre die Runde. Es geisterten beim Kurznachrichtendienst Twitter ein sogenanntes Tweet herum, das den Ehemann und Vater beschuldigte, fremd zu gehen. Und weil Ryan Giggs nun mal im Land der, meiner Meinung nach extremsten Boulevardmedien, lebt, in dem ein Promi keine im Gesetz festgehaltene Privatsphäre hat, anders als in Deutschland, versuchte er es auf dem einzigen Weg, den man in England gehen kann. Der Fußballer und Frauenschwarm versuchte anonym zu bleiben und die Affäre zu vertuschen, indem er eine sogenannte „Super Injunction“ richterlich erwirkte. Eine Art Maulkorb für die Presse und die britische Antwort zum Schutz der Privatsphäre der Stars. Spiegel.de : Twitter-Tratsch

Doch wenn es hier eine Möglichkeit gibt, um ihm ein Bein zu stellen, dann kann das nur durch das Internet passieren. Und so war es auch. Die Twitter-Community veröffentlichte über 75.000 Tweets über seinen Fehltritt auf der Plattform und fanden so einen neuen Weg zur Verbreitung der Daten. Gefunden werden konnten die Tweets unter: http://twitter.com/#!/injunctionsuper. Doch für Ryan Giggs, der sich sieben Monate lang mit dem Busenwunder Imogen Thomas vergnügte, hatte der Reputationsverlust der eigenen Daten im Netz schwerwiegende Folgen.

Durch die Veröffentlichungen im Internet und dem Abgeordneten John Hemming, der in einer Debatte im Unterhaus den Namen Giggs und seine Affäre eher beiläufig erwähnte und sich dazu folgendermaßen äußerte: „Es ist nicht machbar, 75.000 Menschen einzusperren, die Ryan Giggs auf Twitter genannt haben.“ Rp-Online.de: Abgeordneter outet Fußballstar Giggs

Damit galt der Fall Giggs als öffentliches Wissen, die Maulkörbe heruntergerissen und die Boulevardpresse Englands konnte sich auf ihn und seine Geschichte stürzen. Und das tat sie auch. Zeit.de: Ryan Giggs – überführt per Twitter

Strafverfolgung fast aussichtslos

Ryan Giggs verklagte, zum einen das Unternehmen Twitter zum anderen auch einige einzelne Twitter-User, doch zunächst liefen die Erfolgschancen der Klagen gegen null . Grund dafür ist die Rechtgrundlage Großbritanniens, die keinen Schutz der Privatsphäre vorsieht. Einzig das Brechen der „Super Injunction“ war für Ryan Giggs die Möglichkeit hat, gegen die Internetuser vorzugehen. Doch die Masse und der weltweiten Verteilung der Twitter-User machen eine Strafverfolgung fast aussichtslos. Allerdings will Twitter Giggs helfen, die Twitteruser zu identifizieren. Spiegel.de: Promi-Affäre: Twitter will tratschende Nutzer verraten

Sex-Eskapade verursacht Twitter-Krise

Doch mittlerweile gibt es auch für Giggs eine Möglichkeit, doch noch an sein Recht zu kommen. Eine kleine Gemeinde aus Nordengland klagte gegen Twitter und versuchte gerichtlich an die Identitäten mehrerer britischer Twitter-Nutzer zu kommen. Ein  Blog namens „Mr. Monkey“ führte zu diesem Rechtsstreit. Hier soll ein Gemeinderatsmitglied mehrere Politiker und Mitarbeiter des Bezirks diffamiert haben. Und es folgte die Überraschung: Die Behörde bekam recht. Es soll es sich um den ersten Fall handeln, in dem Twitter die Daten seiner Nutzer herausgeben musst und nun kann wegen übler Nachrede angeklagt werden. Netzwelt.de: Twitter gibt Daten an Behörde weiter

Sogar die Nutzungsbedingungen der Internet-Plattform Twitter sprechen für Giggs. Demnach kann eine in Großbritannien lebende Person zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie mit einem Tweet gegen eine „Super Injunction“ verstößt. Und auch das britische Gesetz stützt diese. Auch das spricht für einen Erfolg Giggs‘.

Doch dass es zu zig Tausenden Prozessen kommen wird, scheint unwahrscheinlich. Denn wenn die Twitter-User nicht aus Großbritannien stammen, sondern weltweit verteilt von ihren Computern die Nachrichten abgeschickt haben, ist eine Vollstreckung der Strafen nahezu unmöglich. Und dann erweist sich das Internet und die Kurznachrichten-Plattform Twitter am Ende möglicherweise doch als ein Raum, in dem keine Gesetze einzelner Länder einen Wert haben. Und dieser Fall ist nur ein Beispiel für die Macht sozialer Netzwerke.

Und hier noch einige Worte von Ryan Giggs selbst:

Und noch eine interessante Info zum Schluss:

Die Klagen gegen Twitter, die User und das große Aufsehen schadete Giggs eher, als dass sie ihm geholfen haben. Das alles hatte zur Folge, dass der Namen Giggs und seine Affäre in zahlreichen anderen Tweets zur Sprache kamen. Man spricht hierbei auch vom  Streisand-Effekt. Barbara Streisand wollte eine Luftaufnahme ihres Hauses aus einer Bildergalerie im Internet klagen. Dadurch interessierten sich die Internetuser zunehmend für das Bild, verlinkten es, kopierten es auf andere Webseiten. Schätzungsweise passierte dies erst, als Barbara Streisand durch eine Klage gegen den Betreiber der Internetseite, auf der die Bildergalerie zu sehen war, die Öffentlichkeit aufmerksam machte. Erst dann wurde dieses Bild interessant. Möglicherweise wäre es vorher in der Masse der Bilder untergegangen. Spiegel.de: Britisches Presserecht Twitter widersetzt sich Knebelverfügung

Prost Hamburg!

Veröffentlicht: 23. Juni 2011 in Uncategorized

Es scheint ein neuer Trend zu sein. Bei Facebook einloggen und dann 10 000 einladen. Während es bei den einen ein Versehen war, wie bei einer 14-jährige Schülerin aus Zirndorf (Landkreis Fürth). Sie hatte sturmfrei und wollte feiern, und hat, wie einige vor ihr, über Facebook eingeladen, allerdings vergessen, das Häkchen zu setzten, dass dies keine öffentliche Veranstaltung ist. Und so pilgerten zu ihr, wie die Wochen zuvor schon in Hamburg und Wuppertal, mehrere zig Jugendliche, zum Feiern natürlich. Merkur Online.de: Facebook-Feiern

Eine Facebook-Party, die in der Nacht zum vergangenen Samstag in einem Vorort von Wuppertal mit 16 Verletzten, einem Großeinsatz der Polizei und 41 Festnahmen, gegen drei von ihnen sei Anzeige wegen Körperverletzung, Landfriedensbruch und Widerstand gegen die Polizei erlassen worden zu Ende ging, ist nur ein weiteres Beispiel für eine mit rund 800 meist junge Leute Open-Air Party, die über das Netzwerk organisiert wurde. Stern.de: Mehrere Verletzt nach Eskalation bei Facebook-Party

Zuvor gab es in Hamburg eine Party zu Thessas 16. Geburtstag, die wohl bekannteste der versehentlichen Facebook-Partys, bei der 1500 ungebetenen Gäste vor der Türe standen.  Was sich für den ein oder anderen vielleicht als sehr lustig und eventuell auch mitmachenswert anmutet, endet in vielen Fällen aber mit verheerenden Folgen, denn Vandalismus, Gewalt und Alkoholexzessen häufen sich.

Das aktuellste Beispiel liefert eine, allerdings willentlich über das Netzwerk Facebook organisierte Party in Hamburgs U-Bahn. Da in Hamburg am 1. Oktober ein Alkoholverbot in U- und S-Bahnen eingeführt wird, sollte man sich am 30. September zum kollektiven „Abschiedstrinken“ in den Zügen auf einer U-Bahnlinie treffen. Doch es scheint, als würde aus der, von „langer Hand geplanten“ Party nichts werden, denn der Veranstaltungshinweis, der nach dem Bericht der „BILD“-Zeitung mehr als 19.000 Bestätigungen von Facebooknutzern bekommen hat. Doch mittlerweile ist der Hinweis auf das Massenbesäufnis nicht mehr zu finden. BILD.de: Massenbesäufnis in der U-Bahn

Radio Hamburg scheint dazu mehr zu wissen. Sie schreiben auf ihrer Homepage, dass der Nutzer kalte Füße bekommen hat und nun die Einladung umformuliert hat. Jetzt lädt er ein, Zuhause im Stillen ein „Gedenk-Getränk“ zu trinken, verweist aber auch auf die Veranstaltungen anderer Facebooknutzer. Radio Hamburg: Abschiedstrinken in Hamburg

Doch so kurios sich das alles anhört und so sehr man auch mit dem Kopf schütteln kann, wie man einem solchen Aufruf überhaupt folgen kann, muss man sich nun überlegen, wie man mit dieser neuen Situation umgeht.

Wer haftet beispielsweise für die Einsätze der Polizei?

Gemeinsam haben, egal, ob sie versehentlich oder mit purer Absicht organisiert wurden, die Facebook-Partys eines: Jedes Mal muss die Polizei ausrücken, um die feierwütigen Jugendlichen wieder zur Vernunft zu bringen. Das ist nicht nur personell ein Problem, sagt die Gewerkschaft der Polizei, sondern irgendjemand muss auch für die Kosten aufkommen. Deshalb : „Wer über das Medium Facebook gedankenlos Einladungen verschickt, muss sich auch des Risikos bewusst sein, dass durch einen unbeabsichtigten Fehler oder womöglich grob fahrlässig statt 15 guter Freunde plötzlich 500 oder mehr erlebnisorientierte Jugendliche vor der Tür stehen und feiern wollen“, sagte Landeschef Helmut Bahr in München. Focus.de: Gastgeber von Facebook-Partys sollen haften

Außerdem will die Gewerkschaft, dass auch die Betreiber der Internetportale zur Verantwortung gezogen werden, interessiert die Betreiber von Facebook eigentlich kaum. Und gerade über Facebook wurden diese Veranstaltungen in der Vergangenheit mehrheitlich organisiert. Den Vorwurf, den Hinweis ob die Veranstaltung öffentlich oder privat ist, sei nicht groß genug zu erkennen, erklärte Sprecher des Netzwerks, dass der Hinweis über die Öffentlichkeit einer Veranstaltung sehr deutlich erscheine. Merkur Online.de: Gastgeber sollen Einsätze bezahlen

Ob diese Maßnahmen jedoch fruchten werden, sei dahingestellt, denn eine Einladung zu einer Veranstaltung kann unter falschen Namen und damit anonym abgegeben werden. Das heißt in der Frage, wer für eine solche Party letztlich haftet, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Es ist allerdings zu hoffen, dass diese Facebook-Partys irgendwann ihren Reiz verlieren und dann abnehmen werden.

„Das Internet vermanscht unser Hirn.“

Veröffentlicht: 23. Juni 2011 in Uncategorized

Die einen recherchieren, die anderen schauen Videos oder zocken Onlinegames, die andren lesen einfach nur Neuigkeiten, schreiben E-Mails oder chatten mit Freunden. Daran schein zunächst einmal aus heutiger Sicht nichts falsch zu sein. Das Internet begleitet uns im täglichen Leben, den ein oder anderen auch auf Schritt und Tritt. Und im Grunde sind wir doch alle froh, dass es es gibt.

Doch unter dieser breiten Masse, die das Internet als entweder als nützlich, wertvoll oder unersetzbar halten, gibt eine Minderheit, die das alles ganz anders sieht. In dieser Minderheit stark verwurzelt ist Frank Schirrmacher, Herausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Er scheint für mich ein Pionier zu sein, der das Internet am liebsten Abschaffen würde. Er spricht in einem Interview von 2007 vom „schlechten Karma“ des Internet oder äußert sich in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung Schirrmacher: „Das Internet vermanscht unser Hirn.“. Frank Schirrmacher im BILD-Interview

Nun stellt sich doch die Frage, ob dieser, von den einen als „Genie“, von anderen als „Caligula“ bezeichnet, mit seinen Äußerungen tatsächlich Recht hat und uns das Internet verdummt? Leiden wir wirklich unter einer enormen Informationsflut durch das Internet oder hat Buchautor und Herausgeber der FAZ Frank Schirrmacher nur Angst vor der Zukunft und vor einem möglichen Konkurrenten zu seiner Zeitung, da es viele, vor allem junge Menschen gibt, die ihre Zeitung entweder auf dem PC oder gar auf ihren Smartphones lesen. Und gerade in den vergangenen Jahren hat das Internet seine wahre Stärke gezeigt, denn die Berichterstattung aus beispielsweise dem Nahen Osten, China oder Tibet über aktive Blogger die Augenzeugenberichte, Fotos und Video- bzw. Tondokumente vom aktuellen Geschehen in Krisenzeiten hätten ohne das Internet nie funktioniert. China blockt Internetseiten und verweist Reporter des Landes, Berichterstattung aus Tibet gibt es trotzdem, denn es wird gebloggt. Deutsche Welle: Tibet 2.0

Und auch die Möglichkeit, seine Meinung frei zu äußern über alle Themen die einen bewegen und das in welcher Form auch immer zu veröffentlichen, ist ohne das Internet nicht möglich. Das sind nun nur wenige Beispiele für die positiven Seiten des Internets.

Und natürlich gibt es auch Gefahren wie das Cybermobbing beispielsweise oder das Ausspionieren der Bankdaten die das virtuelle Leben erschweren bzw. zur Hölle machen können. Doch muss man diese Situationen, wenn auch in abgewandelter Version, nicht auch im wirklichen, realen Leben möglichweise durchstehen?

Wenn man mich zu diesem Thema fragen würde, dann würde ich sagen, dass man an einer Informationsflut und an den negativen Seiten des Internets, die es ohne Zweifel gibt, nur verzweifelt, wenn man nicht weiß, wie man mit dem Internet und seinen Unmengen an Angeboten umzugehen hat.

Gerne höre ich auch eure Meinung dazu, wie steht ihr zu diesem Thema, das ich in diesem Eintrag nur kurz angerissen habe? Ist das Internet wirklich „böse“ oder ist das alles eine Frage der Kompetenz?

Es ist schlichtweg ein Phänomen, das kaum zu erklären ist. In einer Zeit, in der Zeit Mangelware ist und jeder fürchterlich im Stress zu sein scheint, entwickelt sich ein Trend, den man in den letzten Jahren zunehmend beobachten konnte und der jetzt möglicherweise auf einem Höhepunkt angekommen ist.

Die Rede ist von den mehr als 75 Millionen aktiven Hobby-Bauern und ihren virtuellen Bauernhöfen. Dass diese sich im Internet tummeln bei Spielen wie Farmerama oder  FarmVille versteht sich von selbst, denn der Beruf des Bauern ist ja zum einen für die meisten kein Traumberuf und zum anderen quält sich kaum einer freiwillig früh am Morgen aus dem Bett um die Tiere zu füttern oder beispielsweise die Kühe zu melken. In der Onlinewelt ist das deutlich einfacher und das scheint auch einen Grund für diese Fangemeinde zu sein. Winload.de: FarmVille und Farmerama-das virtuelle Bauernhof-Phaenomen

Doch während man sich bei uns in Deutschland noch in einer virtuellen Bauernhoflandschaft aufhält, und dort sät, düngt und erntet, gibt es in England ein Projekt namens MyFarm. Dort können sich Hobbyfarmer online registrieren und dann mitentscheiden, welche Tiere auf der Farm leben, welche Saat ausgeworfen wird….  Das heißt also, die Vorgänge auf dem realen Bauernhof in der Grafschaft Cambridgeshire im Nordosten Englands beeinflussen.

Grundriss der echten Farm bei MyFarm

Grundriss der echten Farm bei MyFarm

Das Projekt der  britischen Stiftung „National Trust“ , der sich vom Onlinespiel FarmVille inspirieren lassen hat, erklärt Betreiber und realer Bauer Richard Morris auf seiner Homepage http://www.my-farm.org.uk/ genau, wie zum Beispiel was man tun muss, um ein Mitglied werden zu können und am virtuellen-realen Bauerhofleben teilnehmen kann. Zudem gibt er auch einige Informationen über das Projekt MyFarm in seinem Youtube-Video:

Betreiber und realer Bauer ist  Richard Morris. Der sagte Ende April gegenüber der englischen Zeitung «The Guardian»: “ Ich werde hier pflanzen, was immer die Online-Bauern entscheiden“ aber er werde die Möglichkeiten vorgeben, und, so sagt er weiter „Die Internet-Nutzer werden zum Beispiel weder Cannabis noch Bananen anpflanzen können, aber zweifellos wird es ein paar merkwürdige Entscheidungen geben, die ich nicht so treffen würde.“Süddeutsche.de: Internetnutzer steuern Bauernhof – FarmVille wird Wirklichkeit. Abstimmungen sollen nun also jeden Monat einmal stattfinden und die erste ist auf den 26.Mai 2011 terminiert.

So und wer jetzt Lust bekommen hat, sein Geld nicht auf einem virtuellen Bauernhof auszugeben, um dort Saatgut zu kaufen, kann das jetzt auch bei Bauer Richard Morris tun, denn hier kann jeder mitmachen, der bereit ist 30 Pfund im Jahr dafür zu bezahlen. Noch sind einige der 10.000 Plätze frei.

Und doch muss man letztlich eines sagen: die Idee dieses Projekts gab es vor vier Jahren schon einmal. Damals hatte die Web-Community den englischen Fußball-Club Ebbsfleet United übernommen. Die Online-Fans des MyFootballClub müssen jährlich 35 Pfund (rund 50 Euro) Beitrag bezahlen und dürfen im Gegenzug mitbestimmen, welche Transfers getätigt werden und auch bei der Mannschaftsaufstellung des Fünftligisten eingreifen. Spiegel.de: Fans kaufen Fußballclub

Abschließend stellt sich mir hier nur eine Frage: Einen Mix aus virtuellem Leben und realen Leben, braucht das die Welt wirklich oder sollte man das eine vom anderen getrennt halten, um den schlimmsten Fall – sein Leben nur noch im virtuellen Leben zu leben zu verhindern?

Science Fiction wird Realität

Veröffentlicht: 16. Mai 2011 in Uncategorized

Als der Informatiker Ivan Sutherland 1965 die Idee hatte, einen Datenhelm zu konstruieren, mit dem man Infomationen über seine Umwelt erfahren konnte, klang der aktuelle Trend noch wie Zukunftsmusik. Augmented-Reality (AR) – die erweiterte Realität ist das Zauberwort. Im Jahr 2011 kann das allerdings schon jedes moderne Handy. Doch nach den ersten Erfolgen der Entwickler dachte man Ende des 20. Jahrhunderts, die Realität verschwindet im Netz. Mittlerweile ist man ein bisschen schlauer: Die Wirklichkeit erhält damit eine zweite Ebene aus Informationen. ZDF – Elektrischer Reporter: AR

Ein paar Beispiele dazu: Ein  autofreier Autokalender. Man sieht nur ein Hintergrundbild – das Produkt selbst fehlt. So muss man sich den im Sommer 2010 veröffentlichte AUDI-Kalender vorstellen. Doch die Marketingabteilung des Autoherstellers ist keineswegs verrückt geworden: Dieser Kalender war Teil eines Hightech-Experiments. Hält man nämlich seine Smartphone-Kamera vor die jeweiligen Kalenderblätter, sind die Autos plötzlich da. Mit einer speziellen App erscheinen sie auf dem Display und zwar mit blinkenden Scheinwerfern und brummenden Motoren – die Bilder erwachen zum Leben.

Eine App von der Hamburger Immobilienfirma  immonet macht es möglich, die freien Wohnungen in der Umgebung zu finden. Zwar funktioniert das momentan nur in Hamburg, doch das Immobilienportal Immonet.de erleichtet dort die Wohnungssuche: Auf dem Display erscheinen kleine Hausembleme und ein eingeblendeter Radarschirm zeigt an, in welche Richtung man gehen kann. Financial Times Deutschland: Augmented Reality – Realität in neuer Dimension

Und seit neuestem wird auch den weniger Sprachtalentierten geholfen. Eine App namens wordshot hilft beim Übersetzen. Man muss das Wort bzw. den Text nur vor die Smatphone-Kamera halten und schwupps di wupps erscheint auf dem Display die deutsche Übersetzung, die, wenn man möchte, auch vorgelesen wird. MobileHighlights.de: Wordshot- Echtzeitübersetzung für Iphone und Android

Diese und noch einige anderen Apps zeigen es: Die zweite Ebene in unserer Wirklichkeit, die es möglich machen, die reale Welt mit digitalen Informationen zu füttern, werden immer angesagter. Informationen sind mit dieser Entwicklung nicht nur – wie es früher der Fall war – in Bibliotheken zu finden, sondern im Internet so hinterlegt, dass sie jederzeit zugänglich sind. Von der Speisekarte beim Lieblingsitaliener, über den Trailer des beworbenen Films auf den Werbeleinwänden, bis hin zu ganzen Stadtführung, die es beispielsweise in London gibt, wird immer mehr auf diese Art und Weise vermittelt.

Aber nicht nur Informationen sind über AR zu erlangen, es gibt auch Spiele, die sich in den beiden Ebenen befinden. Ein aktueller Fall zeigt, dass es allerdings nicht immer nur beim Zocken bleibt. Ein Spieler der Nintendo 3DS, die genau wie die meisten Smartphones ebenfalls fähig ist, die erweiterte Realität anzuzeigen, ließ sich das Spielfeld auf den Unterarm tätowieren – und es funktioniert.

Das Video zeigt, wie es letztlich ausschaut und auf seinem Blog erklärt er seinen Lesern auch, wie sie es nachmachen können, das Spielfeld ihres Nintendospiels auf sich zu projizieren, auch ohne Tattoo. So ist AR nicht nur etwas für Informationshungrige, sondern auch für die kommenden Generationen. Netzwelt.de: Nintendo 3DS Fan lässt AR Karte tätowieren

Ob sich diese neue Entwicklung allerdings flächendeckend durchsetzt, muss abgewartet werden, denn bisher sind die obengenannten Informationen nur in den Ballungsräumen zu finden, in den ländlichen Gegenden ist das meist noch eine Erfindung mit Zukunftscharakter.

Dass Diffamierung und Nachstellung keine Phänomene der Neuzeit sind, ist kein Geheimnis. Neu sind jedoch die Methoden, mit denen diese Straftaten ausgeführt werden: Über das Internet via E-Mails, Facebook und Co., Rache- und Rufmord-Seiten. Eine der wenigen Studien, sie es momentan zu diesem Thema gibt ist die „JIM-Studie 2010“ (Jugend, Information, (Multi-)Media) des Medienpädagogischen Forschungsbund Südwest. Dort ist nachzulesen, dass von den 1188 befragten Jugendlichen angegeben haben,

„dass es bei Personen aus dem Freundeskreis schon Ärger gegeben hat, sei es weil es zu Beleidigungen im Internet kam, weil Bildmaterial entweder unerlaubt eingestellt wurde oder die Betroffenen unvorteilhaft auf dem Bildmaterial dargestellt waren. Vereinzelt kam es aber auch vor, dass nicht nur Lügen und Verunglimpfungen in Umlauf gebracht, sondern auch Fake-Accounts unter falschem Namen erstellt wurden.“ Jim Studie 2010

In den sozialen Netzwerken im Internet scheint es mittlerweile genauso zu sein, wie im wirklichen Leben. Man schließt dort Freundschaften, man tauscht sich untereinander über alles Mögliche aus und es wird übereinander geredet. Doch die Vermutung, dass die Schamgrenze im Internet so gering ist, dass sich die meist jugendlichen Täter durch die Anonymität sicher fühlen und demnach ungehindert darauf los schreiben. Und so kommt es dazu, dass die ebenfalls meist jugendlichen Opfer bedroht, beleidigt oder bloßgestellt.

In Frankreich geht man mit diesem Problem seit neuestem folgendermaßen um: Die Regierung rund um den Erziehungsminister Luc Chatel ordneten nun den Lehrern eine Art Fortbildungskurse für die Kommunikation im Internet an. Grund dafür sind Hetzkampagnen gegen Schülerinnen und Schüler im Internet. Die Lehrer sollen fit gemacht werden, um die Unterhaltungen und Kommentare ihrer Schüler im Internet verfolgen zu können und wenn sie Mobbingattacken erkennen, sofort zu reagieren. Frankreich hat sich außerdem mit dem Social Network Facebook insofern geeinigt, dass wenn die Lehrer einen Mobbingtäter aufspüren, das Konto sofort gelöscht wird. Zudem wird der Täter angezeigt und das Opfer wird von einer Organisation gegen Mobbing im Netz betreut.

Doch hier stellt sich die Frage: Ist das der richtige Weg, das Phänomen des Cybermobbings in den Griff zu bekommen oder bietet die bisher einzigartige Idee der Franzosen nur einen Anfang zur Bekämpfung dieser Problematik?

Sicher ist auf jeden Fall, dass schnellstmöglich dagegen vorgegangen werden muss, damit wir nicht mehr Geschichten wie die der 15-jährigen Marie hören müssen:

„Ich war eines Tages bei meiner Freundin, da sagte sie: ´Marie, schau mal, bei Facebook gibt es eine Gruppe gegen dich.´ Und als ich nachgeschaut habe, standen da 150 total gemeine Kommentare.“ SWR.de: Facebook in Frankreich

siehe auch:

Tagesschau.de: Cybermobbing

DRadio Wissen: Frankreich – Facebookverweis bei Cybermobbing